PRIN/ PROJEKTWETTBEWERB SPORTHALLEN WEISSENSTEIN IN BERN Analyse
Das Gebiet um die zukünftigen Sporthallen Weissenstein ist charakterisiert durch die bandartig angeordneten Spielfelder und Freiflächen im Südosten. Dieser Sportgürtel ist längsseitig präzise begrenzt; einerseits durch die Eisenbahner-Siedlung Weissenstein aus den 1920-er Jahren und andererseits durch kürzlich erstellte Wohnbauten. Nordwestseitig gegen die Könizstrasse fehlt dem Gürtel durch die heute vorhandene Brache der ehemaligen Kiesgrube ein Abschluss.
Der Sportgürtel ist topographisch von zwei rechtwinklig zueinander stehenden Gefällsrichtungen geprägt: Ein Gefälle verläuft in der Längsrichtung von der höher gelegenen Schwarzenburgstrasse zur Könizstrasse, das andere Gefälle verläuft in der Querrichtung von der erhöhten Eisenbahner-Siedlung gegen die tiefer gelegenen neuen Wohnbauten. Ein bedeutender Erdwall auf der Nordostseite der betrachteten Parzelle ist ein stark markierendes topographisches Element.
Städtebau
Das städtebauliche Konzept des Entwurfs der Sporthallen Weissenstein schafft den räumlichen Abschluss des Sportgürtels gegen die Könizstrasse. Das neue Gebäude verläuft parallel zur Könizstrasse. Zusammen mit der Verlängerung des terrassenartigen 25m breiten Streifens der bestehenden Landschaftsgestaltung auf dem Niveau der Eisenbahner-Siedlung schafft es eine einheitliche Geste der räumlichen Begrenzung. Parkseitig, „hinter“ dem Gebäude, wird die vorhandene Landschaftsgestaltung auf bestehendem Niveau bis an das Gebäude geführt. Die querlaufenden Fussgängerverbindungen werden fortgesetzt.
Zäsur der Geometrie
Durch die zur Könizstrasse zurückgesetzte Lage wird der Frontfassade des neuen Gebäudes ein Platz vorgelagert, der dem stattlichen Volumen gerecht wird. Der Platz wird genutzt sowohl für Zufahrt, Anlieferung, 2-Rad- und Autoparkplätze, als auch als Eingangsplatz, auf welchem Sponsorenstände und dergleichen aufgebaut werden können. Die rückwärtige Fassade gegen die Sportplätze reagiert auf die nordwestliche Baulinie des Rappard-Platzes. Durch diese Fluchtlinie wird die trapezoide Form des Quartierplatzes über die Hardeggerstrasse hinaus auf den Perimeter der Sporthallen weitergetragen. Das neue Wohnquartier wird so räumlich an den Sportgürtel angebunden und der Wechsel der zwei Geometrien Sportgürtel-Könizstrasse kann innerhalb dieser Trapezform stattfinden.
Minimale Erdverschiebungen
Das Gebäude der Sporthallen Weissenstein wird mit seiner Längsseite an die Geländekante der Terrassierungen der Sportplätze gesetzt. Dem Thema der Geländekante wird im Innern des Gebäudes mit der Tribüne Rechnung getragen. Der Zuschauer nimmt den Geländesprung physisch wahr.
Die Sporthallen setzen sich lediglich 3.5 Meter tief ins das bestehende Terrain. Öffentliche Zugänge, Tribünen, Servicezonen und Drittnutzungen befinden sich allesamt überirdisch. Sogar die Einstellhalle für 140 Fahrzeuge ist so in die Geländekante eingebettet, dass keine Abgrabungen notwendig werden. Der bestehende Erdwall auf der Nordostseite der Parzelle wird ausserdem nicht abgetragen, sondern zu einer städtischen Terrasse ergänzt; das dafür notwendige Material kann aus dem Aushub für die Sporthallen gewonnen werden.
Trennung von Publikum und Sportler und Sportlerinnen
Die zwei Dreifach-Turnhallen werden längsgerichtet angeordnet. Eine der Hallen wird mit zwei eingeschobenen Volumen ergänzt, in welchen sich die Tribünen und andere Nutzungen für das Publikum befinden. Gegen die Könizstrasse ist die Eingangshalle das dominante Element. Von ihr führen direkte Treppen auf die Nordtribüne oder Erschliessungswege seitlich entlang der Sporthalle auf die Südtribüne. Die Eingangshalle steht in direktem Zusammenhang mit dem Office für Verpflegungsausgabe sowie mit den sanitären Einrichtungen für das Publikum.
Auf der untersten Ebene der Sporthallen unterscheiden sich die zwei Hallen nicht. Der Garderobentrakt wird rationell längsseitig angeordnet. Die Erschliessung für die Sportler und Sportlerinnen befindet sich zentral zwischen den zwei Hallen und hat einen separaten Eingang im Erdgeschoss. In dieser zentralen Zone befinden sich im Untergeschoss auch die Lehrergarderoben und die sanitären Einrichtungen für die Sportler und Sportlerinnen. Immer auch mit der Möglichkeit der separaten Erschliessung befinden sich im Erdgeschoss in diesem Bereich der Mehrzweckraum und im Obergeschoss Büros für Drittnutzer sowie der VIP-Raum.
Die primäre Tragrichtung der Hallen spannt sich über die Längsrichtung. Dadurch sind die Längsseiten vollkommen stützenfrei und das Publikum hat freie Sicht auf die Spielfelder. Der Sonnenschutz auf den verglasten Fassaden wird mit einem fixen Rastervorhang aus Stahlprofilen mit unterschiedlicher Transparenz gelöst.
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Statik: Beat Noser, BPU Ingenieurunternehmung AG Kirchberg
Haustechnik: Hansruedi Ammann, Matter+Ammann AG Bern
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