MIHA/ NEUBAU ZYKLONEN SCHUTZGEBÄUDE IN BANGLADESH
 
Bangladesch ist eines der am stärksten verwundbaren Länder der Erde wenn man von Naturgefahren spricht. Nur wenige Meter über dem Meeresspiegel gelegen, ist das Land besonders anfällig auf tropische Wirbelstürme, Überschwemmungen und den klimabedingten Anstieg des Meeresspiegels. Das Land ist übervölkert wie kein zweites auf der Erde. Auf einer Fläche die 3.5 mal so gross ist wie die Schweiz wohnen ungefähr 160 Millionen Menschen. Das macht Bangladesch zum dichtest bevölkerten Staat der Erde. Dieser Umstand verstärkt die Problematik der Naturgefahren, weil auch stark bedrohte Landesteile mit Millionen von Leuten besiedelt sind.

Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit DEZA als Zweig des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten EDA ist als Regierungsorganisation in Bangladesch seit langer Zeit aktiv. In der Schweizerischen Botschaft in Dhaka wird ein Koordinationsbüro betrieben und der Botschafter persönlich ist der Chef dieser Abteilung.

Naturgefahr bedeutet nicht zwingend Naturkatastrophe. Es kommt darauf an, wie man sich schützt. In Zusammenarbeit mit nationalen Programmen nimmt die Schweiz in diesem Wirkungsfeld eine führende Rolle ein. Community Based Disaster Risk Reduction CB-DRR beschäftigt sich mit dem Thema Risikominimierung im ganzen Land. Die Bevölkerung wird dabei besonders stark eingebunden. Mit Schulungen, Trainings, Bewusstseinsbildung und Alarmierungstechniken. Und natürlich mit dem Erstellen von Schutzgebäuden für den Katastrophenfall.

k.o.o.p Architekten haben zu diesem Zweck einen Spezialisten in den Süden Bangladeschs geschickt. Diese Region wurde von den Stürmen Sidr 2007 und Aila 2009 empfindlich getroffen. Nun werden zwischen 2009 und 2011 sieben sogenannte Cyclone Shelters errichtet. Sie bieten Schutz für ungefähr 9000 Menschen. Diese Gebäude sind betonierte Strukturen, die den Menschen und Tieren einer Gemeinschaft Schutz bieten wenn der Sturm naht. Meist beträgt die Aufenthaltsdauer im Gebäude dann nur drei bis sieben Tage, bis das Wasser wieder abgeflossen ist. Aus diesem Grund wird für das Haus in Zusammenarbeit mit der Bevölkerung auch eine Funktion gesucht, die in ruhigen Zeiten einen Nutzen bringt. So finden in den Gebäuden dann Hochzeiten statt oder Märkte oder die Frauen des Dorfes finden sich ein für Kurse oder Schulungen. Die Gebäude werden nach deren Fertigstellung übergehen in den Besitz der Dorfgemeinschaft, die dann auch für Unterhalt und Betrieb sorgen wird.

k.o.o.p Architekten sind stolz, mit ihrem Know-How und ihrer Arbeit dazu beitragen zu können, dass einige hundert Familien beim nächsten Sturm nicht auseinander gerissen werden und so die Basis für das Weiterführen eines geordneten Lebens geschaffen werden kann.

Realisierung: 2010
Bauherrschaft: DEZA
 
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